Ärztinnen und Ärzte in sozialer Verantwortung

WAHLAUFRUF

für die Wahl zu den Bezirksärztekammern in Baden-Württemberg 2018

Unsere Liste aus niedergelassenen, angestellten und verbeamteten Ärzt*innen ist seit 1982 in den Bezirken und der Landesärztekammer vertreten. Wir verschaffen einer sprechenden und sozial verantwortlichen Medizin im ärztlichen Alltag und in den Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung mehr Gewicht und stehen für sozial-, friedens- und umweltpolitische Anliegen.

Wir engagieren uns für ein solidarisch gestaltetes Gesund­heitswesen ohne Ansehen von Herkunft und sozialem Status.

Im Zentrum ärztlicher Arbeit müssen Patient*innen und nicht wirtschaftliche und bürokratische Zwänge stehen.

 

  • Patient*innen sind keine Kunden und Gesundheit ist keine Ware! Ärztliche Tätigkeit ist keine Dienstleistung und nicht nach industriellem Vorbild normierbar. Wenn Medizin sich zunehmend marktwirtschaftlichen Gesetzen unterordnet, wird das Vertrauen zwischen Patient*innen und Ärzt*innen zerstört und unsere Arbeit entwertet.

  • Das ärztliche Gespräch als wesentlicher Bestandteil der Arzt-Patient-Beziehung muss in seiner zentralen Bedeutung berücksichtigt und angemessen vergütet werden. Die sozialen und psychischen Ursachen, Begleiterscheinungen und Folgen von Krankheiten brauchen eine intensivere Wahrnehmung. Die Psychosomatik ist wichtig in allen Gebieten der Patientenversorgung.

  • Die psychotherapeutische Versorgung mit Verfahren von ausreichender Dauer, Intensität und Qualität muss erhalten werden. Anreize für besonders kurze psychotherapeutische Behandlungen dürfen die Richtlinienpsychotherapien nicht verdrängen.

  • Wir fordern die Einführung einer Positivliste für Medikamente.

  • Ärztliche Fortbildung muss industrieunabhängig gestaltet werden.

  • Wir wollen eine sinnvolle Bedarfsplanung für die medizinische Versorgung, die sich an den tatsächlichen Erfordernissen orientiert.

  • Alle medizinisch notwendigen und sinnvollen Leistungen sollten Bestandteil der Krankenversicherungen sein und nicht nur Teilen der Bevölkerung zur Verfügung stehen.

  • Wir treten ein für den Erhalt einer wohnortnahen haus- und fachärztlichen Versorgung. Die primärärztliche Grundversorgung muss gestärkt und die Kooperation zwischen Haus- und Fachärzten verbessert werden. Die Vergütung muss dem tatsächlichen Behandlungsaufwand entsprechen.

  • Wir stehen der DRG-Systematik kritisch gegenüber: DRGs erzeugen Anreize zu Über-, Unter- und Fehlversorgung. Sie führen zu weiterer Arbeitsverdichtung und weniger Zeit für die Behandlung und Zuwendung.

  • Wir fordern die generelle Einführung und Umsetzung gesetzlicher Mindestvorgaben für die Personalbemessung in Kliniken. Nur so sind Arbeitsbelastungen einzugrenzen und Patient*innen gut zu versorgen.

  • Kliniken brauchen eine auskömmliche Investitionsfinanzierung, Baustellen dürfen nicht durch Personalstellen finanziert werden.

  • Die Arbeits- und Weiterbildungsbedingungen müssen so gestaltet werden, dass Familie und Beruf für Ärzt*innen vereinbar sind. Kreative Arbeitszeitmodelle müssen gefördert und eine Benachteiligung schwangerer Kolleginnen in der Weiterbildung verhindert werden.

  • Wir treten ein für eine Erhöhung des Anteils von Ärztinnen in den Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung.

  • Die Entwicklung von Telemedizin/eHealth muss sich am Wohl der Patient*innen orientieren, nicht am Interessse von Industrie und Krankenkassen. Die Umsetzung der Telematik muss kostenneutral für alle Praxen erfolgen.

  • Persönlichkeits- und Patientenrechte sind im digitalen Zeitalter gefährdet. Uns ist der Schutz von persönlichen Daten ein Anliegen. Datenschutz muss mit geringem bürokratischem Aufwand umgesetzt werden.

  • Wir wollen weiter Freude an unserer Arbeit haben: Hoher Arbeitsdruck, Bürokratisierung und Kommerzdenken in Klinik und Praxis gefährden unser ärztliches Engagement.

  • Die Prävention ist genauso wichtig wie die Therapie und eine zentrale ärztliche Aufgabe. Wir mischen uns ein in Umwelt-, Friedens- und Sozialpolitik, weil wir uns nicht auf die Heilung von Krankheiten beschränken wollen.

 

 Wählen Sie die Kandidatinnen und Kandidaten

unserer Liste!

 

www.aerzteinsozialerverantwortung.de

 
 Dieser Aufruf wurde durch die Kandidaten und Kandidatinnen
unserer Liste finanziert.
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